„Hereinspaziert!“ – ins alte Wien (2)

Die Crew ist inzwischen auch mit dem gesamten Equipment am Wiener Prater angekommen und dreht schon einmal ein paar Szenen im Vergnügungspark, im Volksmund „Wurstelprater“ genannt.

Die einstige Auenlandschaft an der Donau diente ursprünglich als Jagdrevier des Kaisers. Den Weg zum heutigen Erholungs- und Unterhaltungsgebiet ebnete Joseph II, der Sohn Maria Theresias, im Jahre 1776, als er den Wienerinnen und Wienern das Areal schenkte und sogleich die Errichtung von Gastronomie-Ständen genehmigte. Wirtsstuben, Schießhäuser und „Ringelspiele“ (wie die Österreicher die Karussells nennen) ließen nicht lange auf sich warten – seinen großen Aufschwung erlebte der Prater aber erst mit der Weltausstellung 1873.

Statt klassischer „Ringelspiele“ und Geisterbahnen sorgen heute vor allem Achterbahnen und Loopings in luftigen Höhen für kreischende Fahrgäste. Karussellausrufer gibt es nicht mehr – nur selten hört man hier noch „Hereinspaziert, hereinspaziert“. Die Erinnerung an den Altwiener Prater zur Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts lebt heute vor allem in den versteckten alten Ringelspielen weiter, wie auch in der Figur des „Calafati“, auch „Großer Chinese“ genannt: Die Riesenstatue erinnert an eine zentrale Figur eines alten Ringelspiels des Gasthausbesitzers Basilio Calafati und ist eines der Wahrzeichen des Praters. Auch Joachim Król springt auf zur Rundfahrt auf der riesenhaften Figur.

Überragt wird der Prater allerdings vom großen Turm des 2010 eröffneten Kettenkarussells – und natürlich vom altehrwürdigen Wiener Riesenrad, unserem letzten Halt für heute. Das Wahrzeichen Wiens wurde 1897 zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josephs I. errichtet und war damals eines der größten Riesenräder der Welt. Wir bekommen einen eigenen Waggon, um einige Runden mit imposantem Blick über die Stadt zu drehen. „Schön, dass wir nochmal wieder kommen“, sagt Joachim Król abschließend. Wir sehen Wien später wieder – dann mit Mavie Hörbiger, die in „Liliom“ vor wenigen Jahren Julies Freundin Marie gespielt hat.

Nach der Zeitreise in die Vergangenheit der beiden Donaumetropolen Budapest und Wien geht es nun erst einmal wieder zurück nach Hause. Wir werden Joachim Król in Kürze in einem Plattenladen in Köln wieder sehen. Und dort werden wir mehr erfahren über seine Leidenschaft für die Musik und darüber, wo er die berühmte Fußballhymne zum ersten Mal gehört hat…

2017-04-23T14:59:44+00:00