Auf stillen Hügeln (New York, Teil 3)

Fernab vom bunten Trubel Manhattans ist unser nächster Halt ein Ort der Stille: 1952 starb Ferenc Molnár im Alter von 74 Jahren in New York, begraben wurde er in den Hügeln von Queens auf dem Linden Hill Friedhof – mit einem atemberaubenden Blick auf die Skyline von Manhattan.

In New York lebte Molnár bis zu seinem Tod in Apartment 835 im Plaza. In dem bekannten Luxushotel hatte er der Legende nach das „bescheidenste Zimmer im besten Hotel“. Das Plaza liegt an der südöstlichen Ecke des Central Park und wurde im Stil der französischen Renaissance erbaut. Vor einigen Jahren wurden die Zimmer mit Blick auf den Park zu Eigentumswohnungen umgebaut – der Rest aber als Hotel wiedereröffnet. Schwarze Limousinen fahren auch heute vor dem Eingang vor und geben uns einen kleinen Eindruck von der glamourösen Blütezeit des Hotels.

Für uns geht es nun aber weiter Richtung Queens: Von Molnárs Wohnung bis hinauf zu seiner letzten Ruhestätte, dem Linden Hill Friedhof in Ridgewood, dauert es im Stadtverkehr gut 40 Minuten. Die sanften Hügel der Friedhofsanlage gewähren einen fantastischen Ausblick auf die New Yorker Skyline, fernab des geschäftigen Treibens von Manhattan. Die Wege sind mit großen Bäumen gesäumt, die Schatten spenden an diesem heißen Sommertag.

Molnár starb am 1. April 1952. Vor seinem Grab sind frische rote Blumen gepflanzt. „Nun schlaf, mein Junge, Liliom“, ließ seine letzte Frau, die Schauspielerin Lili Darvas, in Ungarisch auf seinen Grabstein schreiben. Die Verfilmung von Carousel, die 1956 in die Kinos kam, erlebte er nicht mehr – und so auch nicht, wie ein Lied, das auf seiner Geschichte beruht, die Fußballstadien dieser Welt eroberte.

2017-04-23T14:36:15+00:00