All good things… must come to an end

Fast ein halbes Jahr Dreh für den Dokumentarfilm über die Fußballhymne “You’ll never walk alone” liegt hinter uns. Doch eine zentrale Station fehlt noch: In Liverpool wandelt Joachim Król auf den Spuren von Gerry and the Pacemakers und besucht Liverpool-Trainer und BVB-Trainerlegende Jürgen Klopp.

Kaum eine Stadt steht mehr für die Verbindung von Musik und Fußball als die englische Hafenstadt Liverpool. An diesem kalten Novembermorgen liegt die Rock’n’Roll-Kneipe „Cavern Club“ in der Innenstadt noch etwas verschlafen dar. Anfang der 1960er trafen in der düsteren Kellerkneipe die Beatles zusammen und viele bekannte Künstler und Bands wie die Rolling Stones, The Who oder Elton John gaben sich die Klinke in die Hand. 1973 wurde der Club schließlich geschlossen. Das Haus musste der U-Bahn weichen und wurde abgerissen, bevor es 1984 neu aufgebaut wurde.

Neben den Beatles gehörten Anfang der 1960er Jahre auch „Gerry and the Pacemakers“ zu den angesagtesten Bands Englands. Gerry Marsden erzählte einst, dass er in einer regnerischen Nacht im Kino festsaß und in der Musicalverfilmung von „Carousel“ den Song „You’ll never walk alone“ hörte und diesen seiner Band vorschlug. Im Cavern Cub spielten sie den Titel erstmals live und rührten das Publikum zu Tränen. Ins Stadion schaffte es der Song schließlich, da an der Anfield Road vor dem Spiel immer die Top-Hits der Charts liefen. Als der Song von Platz 1 verschwand, sangen die Fans ihn eben selbst… der Rest ist Geschichte. Das Lied eroberte die Fußballstadien in Glasgow, Hamburg, Rotterdam, Tokio, Mainz und eben auch in Dortmund. Doch der kurze Besuch am Cavern Club ist natürlich nicht der Grund, warum wir nach Liverpool geflogen sind. Von der Innenstadt geht’s in ein Taxi, das uns in den Westen der Stadt bringt.

Auf dem Melwood Trainingsgelände trainiert der FC Liverpool heute Nachmittag für das nächste Spiel. Im Presseraum wartet Joachim Król auf Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp. „Heute bin ich das erste Mal richtig nervös“, gibt Król zu. Jürgen Klopp kennt die beiden bekanntesten Stadionversionen des Songs besonders gut: 2015 wechselte er nach sieben Jahren als Trainer beim BVB auf die Insel. Und am ersten Novemberwochenende gelang es ihm erstmals, mit dem FC Liverpool Tabellenführer der Premier League zu sein. Król spricht Klopp über seine Trainerzeit beim BVB, seinen Wechsel zu Liverpool, über die besondere Beziehung der Fans zum Verein und natürlich über seine Verbindung zum Song „You’ll never walk alone“. „Das Lied verfolgt mich“, lacht Jürgen Klopp. Schließlich gehörte es schon bei seiner ersten Trainerstation beim 1. FSV Mainz zum Liedgut.

Gemeinsam schwelgen Klopp und Król in Erinnerung, sodass die Zeit viel zu schnell verfliegt. Ein Blick auf die Uhr: Klopp muss weiter, das Training fängt gleich an. Für uns bedeutet das: Der Film ist im Kasten. Nun heißt es Zusammenpacken. Die Festplatten mit dem gesammelten Material gehen nun in den Schnitt. So endet unsere Reise auf der Suche nach dem Ursprung von „You’ll never walk alone“ erst einmal. Wir sind gespannt auf den fertigen Film und halten euch auf dem Laufenden….

„Walk on, walk on with hope in your heart.
And you’ll never walk alone.
You’ll never walk alone.”

2017-04-23T14:04:34+00:00